Warum du keine Township Tour buchen solltest

15. Dezember 2016
Township Soweto

Township Tour in Südafrika

Warum ich diese nicht mehr über eine Agentur buchen werde

Warum sollte man keine Township Tour buchen, bzw. Warum werde ich kein Township mehr auf diese Art besuchen? Die Antwort ist, weil ich es gemacht habe und mich dafür schäme. 

Wir waren Ende 2016 in Kapstadt und wollten unbedingt ein Township besuchen, nicht weil wir die Armut sehen wollten, nicht weil wir Neugierig sind, nicht weil wir als „reiche“ Westeuropäer angeben wollten. 

Uns wurde immer wieder berichtet, die Menschen freuen sich wenn man sie im Township besuchst, sie sind sehr stolz darauf da zu leben und die Tickets sowie sämtliche Käufe vor Ort kommen den Bewohnern zu gute.

Ok, wir helfen gerne und wollten einfach das Township besuchen, vielleicht im Nachhinein doch mit ein wenig Hintergedanken, vielleicht wollten wir uns wieder vor Augen führen wie gut es uns doch geht, aber warum den auf Kosten anderer Menschen?

Township Tour Südafrika

Ingrid im Township

Ein Guide hat uns an unserer AIRBNB Unterkunft abgeholt, er ist selbst Bewohner des Township. Dann wurden viele weitere „Urlauber“ abgeholt und wir fuhren ins Township. Uns wurde noch beigebracht wie man sich im Township begrüßt und worauf man achten sollte.

Gleich am Anfang fuhren wir in einen Kindergarten, viele jubelnde Kinder haben uns empfangen mit uns gespielt und getanzt. Aber hier fing es an, wir kamen uns so schlecht vor. Warum muss man in einen Kindergarten voller kleiner, wundervollen Kindern fahren und sich das ansehen.

Die Township Tour war wie im Zirkus, die Kinder wurden präsentiert, nix anderes. Viele machten Fotos mit den Kindern und posierten. Macht von denen jemand auch einfach mal in Deutschland einen Besuch im Kindergarten und fotografiert sich mit Kindern? Ich denke nicht..

Dann ging es weiter in Haus, bzw. einen Raum wo 8-10 Menschen wohnen! (Müssen). Das machen sie nicht als stolz, oder weil sie eine Familie sind, das machen sie weil es nicht anders geht.

Wir wollten am liebsten im Erdboden verschwinden, wie beschämend es war anzusehen wie alle anderen tausende von Fotos machten.

Nach 3 Stunden fuhren wir wieder zurück. Bis heute schämen wir uns für diese Township Tour und wir pochen stark darauf und erzählen auch jeden weiter. Wenn ihr den Bewohnern was gutes tun wollt, dann helft vor Ort, oder spendet. Es ist auch möglich in Südafrika eine Patenschaft mit World Vision zu übernehmen.

Aber geht nicht auf Fototour und lasst euch bespaßen.

Deshalb haben wir einige Tage später auch auf den Besuch eines Himba Tribes in Outjo Namibia verzichtet und haben uns von der Gruppe abgekapselt.

Ich denke dieser Beitrag wird bei vielen polarisieren, die sich angesprochen fühlen und die sich nicht schlecht vor Ort fühlten. Es ist nur „meine“ Meinung! Jeder Mensch kann tun und lassen was er mag und was er gut findet, er sollte nur die Liebe dabei niemals vergessen.

Soll ich jetzt das Township überhaupt nicht besuchen?

Im Endeffekt muss es einfach jeder selber wissen. Mein Vorschlag, besucht gerne ein Township, aber macht es mit einem sinnvollen Hintergedanken. Besucht das Township nicht mit einer Agentur sondern zum Beispiel mit der Chamäleon Stiftung, nachdem ihr dort sinnvoll gespendet habt und sehen wollt was damit gemacht wird.

Was ist eure Meinung dazu?

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